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Länder & Sitten

Wie steht’s um Ihre interkulturelle Kompetenz?

Nicht nur Sprachkenntnisse sind heute und in Zukunft zunehmend gefragt. Auch das vertiefte Verständnis für die kulturellen Besonderheiten des jeweiligen Landes und das Wissen um die Gepflogenheiten der dort lebenden Menschen und Geschäftspartner spielt eine immer größere Rolle. „Interkulturelle Kompetenz“ – so lautet der Oberbegriff für eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten – neudeutsch Softskills genannt – zu denen Kulturverständnis und Einfühlungsvermögen in fremde Sitten und Business- Gebräuche gehören. Interkulturelle Kompetenz und Business Communication Skills gelten als Schlüsselqualifikationen für die Führungspositionen der Zukunft:

„Die Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation ist eine Schlüsselqualifikation für Führungskräfte in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, auch in bislang eher regional bzw. national ausgerichteten kleinen und mittelständischen Unternehmen. Interkulturelle Kompetenz ist gefragt, wo Menschen mit unterschiedlichen Denkmustern, religiösen und moralischen Wertvorstellungen, Kommunikations-, Verhandlungs- und Führungsstilen geschäftlich verhandeln und zusammenarbeiten. Der Mensch muss sich im 21. Jahrhundert vermehrt nicht nur in einer, sondern in mehreren kulturellen Welten zurechtfinden, um agieren und erfolgreich Geschäfte durchführen zu können.“
Zitiert nach http://www.nrw-export.de/export/592.asp

Nicht nur Sprach- und Fachkenntnisse zählen also, wenn man auf internationalem Parkett eine gute Figur machen und die herumstehenden Fettnäpfchen zielsicher umgehen will. Die Fähigkeit, sich im Gastland angemessen zu verhalten, verlangt neben Offenheit und Toleranz auch ein grundlegendes Verständnis für die jeweilige Kultur des Landes und die Mentalität und Werte der dort lebenden Menschen. Wer von Haus aus höflich und einfühlsam ist und über gute Umgangsformen verfügt, kommt zwar meist auch in fernen Ländern gut zurecht. Schließlich geht es nicht darum, die eigene kulturelle Identität im Ausland ängstlich zu verstecken. Doch besonders im Geschäftsleben ist es wichtig, die länderspezifischen Begrüßungsrituale, die Regeln beim gemeinsamen Geschäftsessen und die Verhandlungsmentalität ausländischer Geschäftspartner zu kennen. Nicht immer sind es sachliche Differenzen, die Geschäftsabschlüsse verhindern. Viel häufiger kommt es aufgrund „interkultureller Differenzen“ nicht zu befriedigenden Abschlüssen – sozusagen weil die (Verhandlungs)-Chemie“ nicht stimmt.

Business is personal – Geschäft ist persönlich

Während man es in Deutschland gewohnt ist, in Geschäftsbeziehungen sachlich zu Wege zu gehen, gilt in Asien, in der arabischen Welt sowie in den Ländern Südamerikas und Südeuropas der Grundsatz „Business is personal“. Das heißt: Fast überall in der Welt wird die Geschäftsbeziehung auch als persönliche Beziehung gesehen und muss – wie jede andere persönliche Beziehung – entwickelt werden. Die rein sachlich dargebotene Präsentation von Daten und Fakten – und sei sie noch so professionell – kann die persönliche Beziehung nicht ersetzen.

Hier kommt auch der Zeitbegriff ins Spiel. „Zeit“ wird in unterschiedlichen Ländern sehr verschieden erlebt und gelebt. Während in Italien das gemeinsame Mittagessen mit Geschäftspartnern stundenlang zelebriert wird, lässt man in Deutschland eher ein schnelles Sandwich kommen. Während man in Deutschland direkt, geradlinig und äußerst effektiv – also auch möglichst schnell – auf ein Ziel zusteuert, ist es bei Verhandlungen in Asien erforderlich, sich mit konfuzianischer Gelassenheit und Geduld zu wappnen.

Auch die Tendenz der Europäer, echte oder vermeintliche Missstände in Gastländern anzuprangern, wird häufig als unangemessene Einmischung angesehen. Grundsätzlich gilt: Geschäftsverhandlungen sind nicht der Ort um heiße Eisen anzusprechen. Entweder man macht Geschäfte mit einem Land machen oder man macht sie nicht. Wenn Sie in China Geschäftsgespräche führen, sollten Sie also nicht die Menschenrechte oder das Thema Tibet aufs Trapez bringen. Genauso wenig wie Sie in Saudi-Arabien über die Rolle des Islams an der Unterdrückung der Frau debattieren sollten. Oder wie Sie in Spanien nicht mit flammenden Reden gegen den Stierkampf kämpfen sollten.

Wie Sie die Fettnäpfchen bei Geschäftsverhandlungen umgehen? Am besten mit Hintergrundwissen und Einfühlungsbereitschaft.

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